Donnerstag, 13. August 2015

mama, ehefrau, freundin und irgendwo dazwischen bin ich...:



In der letzten Zeit läuft es nicht so glatt, also daheim. Da gibt es die typischen Streite mit dem Mann über die Wäsche und das Geschirr, das kann schon mal recht ausarten.
Früher, als ich nicht verheiratet war, war ich sooo unglaublich ordentlich, fast schon steril. Ich hab immer alles aufgeschrieben und war immer mindestens 20 Minuten zu früh beim Arzt oder bei einer Verabredung.


Jetzt hat sich alles irgendwie verschoben, ich habe zwei Kinder. Die Grosse wird im November drei Jahre alt und der Mini Men ein Jahr, unglaublich, wie die Zeit rennt und Dinge liegen bleiben. Dinge, welche mir früher nie passiert wären, ein Wäschekorb mit Wäsche, welche nicht gefaltet wurde, ein Bett, welches nicht gemacht wurde, und unser Esstisch sieht immer aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hat. Tausend Briefe stapeln sich da und dann noch der ganze Krimskrams.
Daraus kann recht schnell ein Krach entstehen, aber ja, alles hat sich verschoben, geändert.


Dadurch, das ich jetzt viel zu Hause bin, ist es auch anders mit den Freunden. Okay, ich komme nicht von hier. In der Schweiz ist das wirklich noch ein Thema, aus welcher Region man kommt, welchen Dialekt man spricht. Es gibt nicht grundlos den Begriff "Röstigraben". Ausserdem habe ich zu lange in Deutschland gelebt und spreche nun besser Deutsch als Mundart, und das ist natürlich auch ein grosses Thema.


Auch nach bald 5 Jahren bin ich manchmal etwas einsam hier, gut, dass die Kinder da sind.
Ich vermisse es manchmal, das Laute, das Bunte, die vielen Menschen, die Stadt. Natürlich ist es sicher besser für Kinder, hier aufzuwachsen und verbunden mit der Natur zu sein, aber ich vermisse es trotzdem.
Einfach mal mit dem Velo in die Statt zu düsen und da irgendwo mitten drinnen einen Caffe zu trinken und die Leute zu beobachten.


Ich vermisse den "Ussgang", wann habe ich mich mal richtig chic gemacht. Ich besitze kaum ein Kleidungsstück ohne Flecken oder Löcher und alles muss sehr praktisch sein. Ich glaube, 1x im Jahr schaffen wir es ins Kino. Okay, wir waren letztes Wochenende auf einem Festival, das war aber auch ganz viel Zufall und eine organisatorische Meisterleistung, was die Betreuung der Kinder betraf. Aber alleine mit Freunden kommt auch nur selten vor, alles hat sich irgendwie verschoben.


Aber ich darf eigentlich nicht klagen, ich durfte zwei gesunde Kinder zur Welt bringen, die mir in diesen Bereich auch wenig Kummer bringen. Die Grosse und der Mini Men sind so stehlende Kinder, das ist unglaublich. Klar treibt mich die kleine Lady liebevoll immer wieder in den Wahnsinn, aber das muss wohl so sein :D
Ausserdem wollte ich die Kinder, ich wollte diese Leben.


Und ich nähe, ich nähe als ob es kein morgen gäb und das tut mir wirklich mega gut.
Es tut gut zu sehen, wie ich jeden Tag kleine Fordschritte mache und immer und immer wieder was Neues dazu lerne. Es macht Spass, in ein Kleidergeschäft zu gehen und sich Sachen anschauen zu können und dabei zu denken, das kann ich aber besser :D
Es tut gut zu wissen, dass Leute so begeistert von dir und deinem Teilchen sind, dass sie dir immer wieder Stoffe zum Vernähen schicken. Es tut gut zu hören, wenn die kleine Lady sagt:
"Mami ig ha dii gärn...".
Es tut gut zu wissen, dass man nie allein ist.
Alles hat sich irgendwie verschoben, es ist anders geworden, mein Leben. Nicht schlechter, auf keinen Fall, aber manchmal hat man eben ein Tief, da stellt man sich in Frage, vermisst alte Zeiten, aber es wird auch wieder besser und es geht bergauf.


Ach ja, was ich heute genähtes zeige, ist das ganz schlichte einfache Basic Top aus meinem neuen eBook, an welchem ich arbeite. Den tollen Stoff bekommt ihr übrigens bei "alles für selbermacher". So wie es aussieht ist der schon wieder vergriffen, aber ich hoffe er kommt wieder!!!)
In der letzten Zeit läuft es nicht so glatt, also daheim, aber es kommt schon wieder gut!
So, und nun hüpft dieser Beitrag schnell zu "RUMS".

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Kommentare:

  1. Ach Susanne ...
    Ich glaube, solche Gedanken hat man als Mutter immer mal wieder. Dieses Gefühl, dass sich eben alles geändert hat, dass man (auch durchaus melancholisch) auf die Vergangenheit zurückblickt, sich zu gewissen Elementen von früher zurücksehnt. Aber eben auch das Bewusstsein dieses unfassbaren Glücks, das uns geschenkt wurde!
    Ich finde, du hast das ganz wunderbar in Worte gefasst. Meine Kinder sind ja ein Stückchen älter als deine (7 und 4), aber ich weiß ganz genau, wie es da gerade bei euch aussieht (glaub ich zumindest ;)) Und: Es wird immer wunderbar sein. Dass es mal rumst (hihi), gehört dazu, wie sagt man so schön, Gewitter reinigen die Luft. Die Sonne kommt bald wieder! Garantiert!!

    Ach so, ja, das Top: SCHÖN! Ich verfolge das ja schon auf FB ne Weile, ich bin sehr gespannt auf deinen neusten Streich und freue mich auf die nächsten RUMSe, bei denen ich hoffentlich noch viele Varianten sehen darf!!

    Ganz liebe Grüße
    Luci

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  2. Da ich grade versuche mein doofes Handy zu aktualisieren, was nicht wirklich klappt, dachte ich mir schau ich mal bei Muckelie vorbei die rumst doch gern um Mitternacht. Also das Top finde ich echt super! Das schonmal vorweg. Den Stoff mag ich auch sehr ich hoffe, ich bekomme davon bald noch ein Stückchen ab.
    Nun zu dem zweiten Thema deines heutigen Eintrags. Ja ein Tief gehört zum Leben, Streit zu jeder Beziehung. Auch wenn ich weder Kinder habe, noch aus meiner Heimat weg bin, so habe ich doch auch hin und wieder ein Tief. Erst diese Woche, ist so eine Woche, die echt Mist ist. Alles läuft schief, die Arbeit ist echt ätzend, zu Hause läuft es auch nicht rund. Und irgendwie sprach mir dein Post irgendwie aus der Seele. Und mal ganz ehrlich es ist schon faszinierend über was man sich streiten kann, wenn man in einer Beziehung lebt. Manchmal wirklich, seien wir ehrlich, wegen nichts.
    Und dann haben wir da unser Hobby, in dem wir uns völlig ausleben können und völlig abschalten können. So ich sag mal gute Nacht!
    Liebe Grüße
    Steffi

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  3. Liebe Susanne,

    unbekannterweise eine liebe Umarmung!
    Deine Worte haben mich sehr berührt und erinnert an die Zeit wo meine Kinder in Deinem Alter waren.
    Es ging mir sehr ähnlich, aber ich habe es damals nicht so klar in Worte fassen können wie du.
    Und genau das in Worte fassen und bewusst machen ist der Sprung um das Leben wieder in neuen Fluss zu bringen und Wege zu finden die wieder mehr zu einem selbst führen.
    Du machst das großartig!
    Alles Liebe
    Anne

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  4. Hallo!
    Du sprichst hier wohl den meisten Müttern aus der Seele! Es ist einfach manchmal schwer, wenn man nicht mehr nur für sich verantwortlich ist... das mit der Ordnung kenne ich auch, ich habe oft einfach keine Lust mehr, aufzuräumen, wenn gleich wieder jemand Chaos verbreitet.
    Aber, es wird auch wirklich besser... in ein paar Jahren schon übernachten die Kids bei Freunden , haben Hobbies und Freizeitveranstaltungen und du wieder mehr Zeit für dich!
    Schönes Top hast du dir gezaubert!
    Alles Liebe!
    Kerstin

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  5. Ach, mach dir nichts draus.
    So ist es doch überall.
    Bei uns läufts grad im Moment wieder gut. Aber des sah vor 1-2 Wochen noch anders aus und wer weiß wie lange es hält.
    Berg auf und Berg runter. Gewitter und Sonne.
    Und grad als Mama daheim (kenn ich grad super) kommt man sich halt echt schnell daheim alleine vor, eingesperrt.
    Früher ohne Kinder war zu Hause meistens Riesenchaos. Jetzt mit kleinem Kind muss man sich halt doch mal bissle am Riemen reißen. Fällt nicht gerade leicht. Man selber will ja meistens was anderes oder einfach gar nichts machen.

    Aber dein Top ist klasse. Da freu ich mich ja schon auf das Ebook. Hoffe das gibt's auch in großen Größen.
    LG Anika

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  6. Liebe Susanne, du sprichst mir und sicher ganz vielen Mamas aus der Seele. Unser großer ist gerade 6 geworden und kommt diesen Sommer in die Schule. Alles wurde gerade wieder etwas geregelter mit mehr Zeit und Ordnung... Was soll ich sagen während ich schreibe Stille ich unser I-Tüpfelchen. Ich hatte ganz vergessen wie abhängig die kleinen von einem sind, wie unabkömmlich man plötzlich wieder ist. Es ist hier chaotisch und unordentlich wie nie. Aber ich hab gelernt dass das alles gar nicht wichtig ist. Wir sind eine chaotische kleine Familie und ich möchte glückliche Kinder und im Rentenalter noch verheiratet sein auch glücklich. Ich wünsche dir diese Erkenntnis dann ist ein voller waschekorb kein Streitpunkt mehr. Fühl dich fest gedrückt.

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  7. Ja, wer kennt das nicht :( das sind doofe Phasen, die irgendwie dazu gehören und das Leben auch auf ihre Art bereichern... Das mit der Ordnung kenne ich besonders. Mittlerweile kann ich auch mal ganz entspannt Dinge liegen lassen. Aber wehe, es kommt Besuch :D
    Wenn Du in die große Stadt Berlin mit Familie kommen magst, können wir gerne mal für die Ferien tauschen. Wir wollen gerne aufs Land :) (mein Ernst jetzt)
    Achso, Top und Stoff sind megacool!!!

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  8. Hammer, genau dieser Post hätte von mir sein können. Du sprichst mir aus der Seele und es ist wunderbar, zu sehen, dass es auch anderen so geht :) Inzwischen brauche ich das Nähen auch ganz oft als Ventil für alles mögliche, lasse vieles liegen und entwickle gerade beim Haushalt eine "Leck mich" Einstellung. Geht gut kann ich dir sagen und macht das Leben so manches Mal leichter. Wen es stört, dem zeige ich dann gerne die Ecke, in der bei mir die Putzutensilien stehen ;-) Gut bei mir ist, dass mein Mann mit zieht, daher gibt es diesbezüglich keinen Streit. Und bevor ich es vergesse: das Top ist toll, sehr schöner Stoff!

    LG Katrin

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  9. Dieser Beitrag könnte momentan fast von mir stammen, ich stecke in einer so ähnlichen Phase. Da tut es so gut zu lesen, dass es anderen genau so geht. Danke dafür!
    Und ein tolles Top

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  10. Wie schön, dass es anderen offensichtlich auch so geht, wie mir. Denn normalerweise ist es doch immer total aufgeräumt, wenn man andere Leute besucht. Nur bei einem selbst sieht es furchtbar chaotisch zu Hause aus und man schämt sich furchtbar, wenn mal jemand vorbei kommt. Aber ich habe mir mit jetzt zwei kleinen Kindern angeeignet, ab einer gewissen Uhrzeit abends den Haushalt liegen zu lassen und dann auch mal etwas für mich zu tun. Nämlich nähen (meist für die Kindern ;-D). aber es ist eine kleine und schöne Auszeit, bevor man am nächsten Tag eh wieder hinterher räumt :-/
    Auch, wenn sie einen manchmal in den Wahnsinn treiben, es ist trotzdem wunderbar mit Familie, mit Kindern! Wenn sie einmal Lächeln... ;-)

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  11. Liebe Susanne
    ich kann mich meinen Vor-Schreiberinnen nur anschließen :) Ich denke diese Tiefs gibt es immer - speziell auch wenn man in einer Region wohnt, die nicht die "eigene" ist und wo die Menschen einfach "anders" sind - ich wohne im tiefen Tirol und ernte mit meinem Hochdeutsch (obwohl ich Österreicherin bin) meist komische Blicke - mit einer "Ausländerin" ;) will man hier kaum befreundet sein. Meine Ordnungsliebe macht mein kleiner Wildfang in Sekunden zunichte - wenn man dann nicht rauskann und nur auf der Familie hockt gibt das Streit. Wie vermisse ich doch Freunde und Familie. Doch du hast zwei super süße Kinder - der Kleine wird schon ein Jahr - wahnsinn - und ich bin gerade entsetzt wie die Zeit vergeht, den deinen Blog hab ich das erste Mal beim Probenähen von den Noemi Stiefelchen entdeckt und da warst du hochschwanger.
    Nach den Tiefs kommen Hochs und irgendwann werden auch wir Ordnungsliebenden es akzeptieren - "Früher war es hier sauber, jetzt haben wir Kinder". Also lieber kreativ sein statt ärgern ;)
    Ich wünsch dir alles alles Liebe und Grüße aus dem fast genauso sturren Tirol
    Manuela

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